#Der Workshop für Comic und Karikatur

Wie bereits erwähnt, hatte ich mich vor einiger Zeit spontan entschieden an einem Workshop teilzunehmen, welcher auf lediglich 20 Plätze limitiert war.

Das Thema war "Fußball und Sexus" und forderte eine oder mehrere Arbeitsproben mit diesem Inhalt.

Ich schickte die geforderte Arbeit zum Thema Fußball und Gleichberechtigung und vier weitere meiner älteren Arbeiten ein.

Kurze Zeit später folgte scheinbar das Auswahlkriterium einer Fachjury, welche jahrelange Erfolge in dem und weiteren Bereichen (Karikatur, Illustrationen, Cartoon usw.) vorweisen kann und gratulierten mir kurzerhand zu einem der 20 Plätze.

Nach einem kurzen Telefonat, überwies ich die Teilnahmegebühr und freute mich wie ein Honigkuchenpferd, mit doppelt so breitem Grinsen.


Sonntag, Tag 0: Vorstellung/Ablauf
Am 01.06., einem Sonntag,  ging es dann auch schon los.
Gegen 18 Uhr empfingen uns (alle Teilnehmer, einschließlich mir) die Veranstalter der Galerie und die beiden Workshop-Leiter.

Nach einer kurzen Runde Getränke für die Teilnehmer aus der Haus eigenen Kneipe, ging es mit einem meiner Meinung nach, gelungenen, aber nicht sonderlich gefeierten Vorstellungs/kennenlern-Interview weiter.

Zu meiner absoluten Horror-Vorstellung - jeder musste seinen Interview-Partner vor der gesamten Gruppe mit einer amüsanten, aber mit Absicht schlecht getroffenen Portrait-Zeichnung  vorstellen.

Nachdem dies überstanden war, ging es mit einem kurzen Vortrag, samt Informationen bezüglich des Ablaufs der nächsten Tage weiter.

Dort wurden erklärt, wann und wo sich getroffen wird, welcher Verlag, oder Autor/Redakteur und sonstigen wichtigen Personen erscheinen werden und mit welchen hochkarätigen Gästen womöglich noch zu rechnen seien.

Gegen 20-21 Uhr war dies vorbei und ich schlenderte mit guten Absichten und Hoffnungen nach Hause.

Montag, Tag 1 : Vier-Minuten-Zeichnungen/Vorträge
Am Montag um 10:00 Uhr startete der Workshop für mich (es ginge auch früher, aber gemeinsam frühstücken liegt mir nicht sonderlich).

Zum aufwärmen gab es das "Vier-Minuten-Zeichnungs-Spiel", welches mit einem Thema oder einer Floskel innerhalb dieser vier Minuten umgesetzt und möglichst humorvoll, bzw sarkastisch/sadistisch dargestellt werden sollte.

Zu einer meiner absoluten Schwächen zählt das schnelle Zeichnen, welches zum einen unglaublich miserabel wirkt und zudem selten den gewünschten Inhalt wiederspiegelt, welcher beabsichtigt war.

So geschah es, das ich 6 von 8 Themen umsetzte, einige gute Ideen hatte, letztendlich aber kaum Beachtung, bzw wenn, lediglich niederschmetternde Worte entgegen nehmen durfte (So wird das gemacht, hier fehlt jenes, was war damit gemeint?).

Ja so ist das in der Kunst, man muss sich stets behaupten und Schwächen akzeptieren und versuchen auszuarbeiten.

Nachdem die Themen, samt ausführlicher Besprechung abgehakt waren, ging es zum Mittagessen, danach folgte das Thema des Tages, welches mit genügend Zeit und Freiheit ausgearbeitet werden konnte.
Anschließend folgten Vorträge, welche bis spät in die Nacht (ca. 23 Uhr) liefen und noch keinerlei Ende in Aussicht zu sein schien.

Zu meinem Pech, denn ich hatte am darauffolgenden Tag die Aufnahmeprüfung für die Kunsthochschule um 9:00 Uhr morgens, weswegen ich mich von dem Workshop löste und nach Hause ging.

Dienstag, Tag 2: Prüfung für das Studium
Die Prüfung für das Studium begann, ich zeichnete und pinselte einige Arbeiten in vier Stunden, mit (mal wieder) einem freien Thema (womöglich fallen den Horsten keine gescheiten Themen ein, weswegen sie ihre offensichtlich unkoordinierten Abläufe damit weiter unterstreichen).

Nachdem ich von 13-15 Uhr warten musste, kam ich entnervt zu den drei Prüfern, welche einen freundlichen und recht positiven Eindruck auf mich hinterließen.
Mit Elan und einem für mich überzeugend klingenden Vortrag bezüglich meiner Arbeiten und Vorhaben, folgten Fragen der Prüfer, welche ich gekonnt mit Witz und Charme (so bin ich eben ;)) zu einer amüsanten Situation formte.

Zuversichtlich verließ ich den Raum und wartete auf die Begutachtung meiner produzierten Arbeiten.
Gegen 18 Uhr wurden sämtliche Bewerber mit einigen Worten ala : "Zu wenig zeitgenössische Kunst wurde hier dargestellt und verfehlt mit den meisten Bewerbern das erforderte Niveau" - entlassen.

Mittwoch, Tag 3: Exkursion Museum, Tagesreferent
Der Tag startete direkt mit einer Exkursion, welche zum Zeichnen, sowie fotografieren gedacht war.
Zusätzlich konnten noch einige Informationen bezüglich einiger Gerätschaften eingeholt werden, welche für spätere Zeichnungen genutzt werden sollten.

Als Tagesreferent besuchte uns der Chefredakteur einer Zeitschrift, welcher besonderen Wert auf sarkastischen, wenn nicht sogar äußerst provozierenden Humor legt.
Dieser erzählte neben dem Auswahlkriterium für Magazine, ebenso einige amüsante Details aus dem Leben und Berufsalltag von Chef/Redakteuren, welche oftmals nicht einer Meinung sind, wenn es um die Auswahl von Karikaturen/Cartoons oder anderen Illustrationen geht.

Als Angebot, völlig spontan, entschied sich dieser, einige Zeichnungen aus dem Workshop zum Thema Synchronsprecher zu veröffentlichen, wenn sie einen gewissen Witz vorweisen könnten.
Somit mutierte der Workshop zu einer Art Wettbewerb unter sämtlichen Teilnehmern, wovon der Großteil durch jahrelange Erfahrungen durch Veröffentlichungen in diversen Magazinen und Zeitschriften starke Vorteile vorweisen konnten.


Als Idee hatte ich den Synchronsprecher von Arnold Schwarzenegger, sowie Silvester Stallone gewählt (Thomas Danneberg), welcher mit einer Metamorphose zu Sly Stallone höchstpersönlich wurde.
Von der Idee, sowie der Zeichnung recht angetan, erwähnte der Chefredakteur, das die Umsetzung interessant und einmalig erscheint, aber noch ausgebaut, bzw umgeändert werden müsste (ein erster Lichtblick).

Danach folgten noch das Thema des Tages (Godzilla) und einige andere Arbeiten, welche anschließend gemeinsam begutachtet wurden (auch dort fielen der Großteil meiner Arbeiten gnadenlos durch, die Demoralisierung begann zu steigen).

Donnerstag, Tag 4: Tagesreferent, Vortrag und spontane Zeichnungen
Direkt am Morgen besuchte uns ein Verlagschef eines Indie-Labels, welcher sich speziell auf unbekannte Künstler und besondere Ideen fixiert.
Er erklärte den Ablauf, die Möglichkeiten, sowie anderen recht interessanten Details (Preise, Honorar) zur Veröffentlichung und Verlegung eines Buches oder Illustrationen/Cartoons usw.

Nach dem recht guten Vortrag, ging es zur Einstimmung erneut mit dem bereits bekannten und von mir mittlerweile gehassten Vier-Minuten-Zeichnungsspiel weiter, in dem ich ohnehin nichts produktives umsetzen konnte.
Nachdem ich durch die permanente Ausgrenzung und den wenig anerkennenden Worten für meine Arbeiten, im Kontrast zu den stets top und scheinbar Nerv-treffenden Zeichnungen, wenig glänzen konnte, überfiel mich das plötzliche Desinteresse an dem Workshop, weswegen der Gedanke zum Abbruch nahe kam.

Nachdem die Zeichnungen bewundert, bestaunt und regelrecht zum gedanklichen Beischlaf missbraucht worden (außer meinen), verschlug mich die Müdigkeit, gemischt mit den der Vortage errungenen Demotivation, nach Hause.

Ich überstand somit den Tag und versuchte mich für die folgenden Tage zusammen zu reißen.

Freitag, Tag 5: Vorträge, freie Arbeiten
Direkt am Morgen besuchte uns ein Verlag, welcher uns neben Ausgaben einiger Bücher bekannter Künstler, ebenso Verträge und Details zur Preisgestaltung und Verhandlungsstrategien für Lizenzen und Rechte eigener Zeichnungen und Arbeiten erklärte.

Nach einer munteren Diskussion und erläuternden Worten, ging es erneut in die nächste Runde für schnelle Zeichnungen unter Zeitdruck, mit äußerst fordernden Themen, welche ich mit kläglichen 2 von 7 Zeichnungen nicht einmal Ansatzweise bewältigen konnte.

Nachdem eine meiner Zeichnungen für einen kurzen Gesprächsstoff sorgen konnte, verließ mich der Mut und war erleichtert, als uns am späten Nachmittag einige Herren eines großen Herausgebers und Verlags besuchten, welche sich seit vielen Jahren auf die Erwerbung von Lizenzen, Verträgen und der Zusammenarbeit mit verschiedenen Künstlern spezialisiert hatten.

Nach einem beinahe zweistündigen Vortrag, wanderten meine Gedanken bereits in Richtung Heimat, zu eigenen Ideen und möglichen Themen, welche ich Abseits des Workshops erschaffen würde (was ich tat, könnt ihr euch sicher denken)...

Samstag, Tag 6: Der Tag der Freiheit, beinahe...
Der Tag verlief recht gut, die Sonne schien, die Wärme war angenehm und meine Laune steigerte sich wieder zu einem annehmlichen Maß.
Mit dem ständigen Versagen während der Spontan-Zeichnungen war ich bereits abgehärtet und hatte damit meinen Frieden geschlossen, weswegen ich währenddessen eigene Ideen umsetzte und zu dem mittlerweile 2-3cm dicken Haufen DinA4 Blätter Ideen-Berg legte, welche für die anschließende Ausstellung nach dem Workshop genutzt werden sollten (nahm ich zumindest an).

Nach dem täglichen gemeinsamen Mittagessen, schlenderte ich noch einmal nach Hause, kam am späten Nachmittag zu dem Workshop und nutzt die Chance zu einer Kritik zu eigenen Arbeiten (einige sind hier auf meinem Blog zu sehen).
Etwa 1 Stunde erschnorrte ich mir so und war recht zufrieden mit der durchweg konstruktiven Kritik, nämlich : Üben, üben, üben!


Nach der restlosen Demotivation, säuberte ich die Überreste des Papiers, Radiergummifetzen und anderen Utensilien, welche die vergangene Woche auf dem Schreibtisch mit sich brachten und verließ, ohne den gemeinsamen Grillabend beizuwohnen.

Leider erhielt ich am frühen Morgen die absolut niederschmetternde Nachricht, das meine Aufnahmeprüfung dieses Jahr mit 3 von 3 möglichen Stimmen (nein) abgelehnt wurde (letztes Jahr hatte ich wenigstens eine).

Somit war meine Stimmung nicht sonderlich für eine gemütliche Grillrunde geeignet und ich lief am Abend gegen 19:30 Uhr aus.

Sonntag, Tag 7: Abschluss und Feierabend
Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei.
So oder so ähnlich erging es mir, weswegen der letzte Tag und Abschluss des Workshops für mich eine befreiende Erlösung war.

Was hat mir der Workshop gebracht? 
Neben einigen Informationen, wenig technischen Umsetzungen oder sinnvollen Übungen für Zeichnungen, so gut wie nichts.

Als einzige positive Sache, empfand ich die nachhaltige Ankurbelung für neue Ideen, welche mich nach Beendigung des Workshops überfiel und einige interessante Ansätze liefern wird und bisher hat.

Das war es dann auch schon!

Euer ToastKunst

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